Cyrill Jörg: Der CEO hinter smartfactory

Wir stellen vor: Cyrill Jörg
- Funktion: CEO alias «Fundbüro für Verantwortlichkeiten»
- Bei smartfactory seit: 2019
- Steile These: «Ananas gehört nicht auf eine Pizza.»
Klarheit vor Aktionismus
Digitale Vorhaben starten oft mit einer vermeintlich einfachen Idee: Ein Prozess soll digitalisiert, eine Plattform erneuert oder ein bestehendes System weiterentwickelt werden. Sobald man genauer hinschaut, wird es komplexer. Anforderungen widersprechen sich, verschiedene Systeme müssen zusammenspielen und nicht alle Beteiligten verstehen unter dem Projektziel dasselbe.
Genau hier setzt Cyrill an. Bevor über Funktionen, Technologien oder einen Zeitplan gesprochen wird, muss klar sein, welches Problem gelöst werden soll. Was braucht das Unternehmen wirklich? Welche Abläufe müssen berücksichtigt werden? Und woran erkennt man später, dass das Vorhaben erfolgreich war? Denn «Wir schauen dann mal» ist kein Projektvorgehen. Auch dann nicht, wenn man es agil nennt.
Verantwortung endet nicht beim AuftragCyrill versteht smartfactory nicht als reine Entwicklungsfirma. Unsere Aufgabe besteht nicht darin, Anforderungen entgegenzunehmen, umzusetzen und möglichst schnell abzuhaken. Wir hinterfragen, denken mit und sprechen Unklarheiten früh an. Das ist nicht immer der bequemste Weg. Aber meistens derjenige, der später Zeit, Kosten und einige unangenehme Überraschungen spart. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Projekt: von der Analyse und Detailkonzeption über Design und Entwicklung bis zum Betrieb und zur Weiterentwicklung. Ein Team, eine Verantwortung und kein Zuständigkeits-Pingpong.
Ein CEO nahe an den ProjektenCyrill arbeitet seit 16 Jahren in der IT. Acht Jahre davon war er als IT-Projektleiter am Inselspital tätig, weitere sieben Jahre kennt er die Perspektive eines Softwareunternehmens. Damit hat er auf beiden Seiten des Projekttischs gesessen: bei der Organisation, die eine digitale Lösung braucht, und beim Team, das sie konzipiert und umsetzt.
Seit 2019 ist Cyrill Teil von smartfactory. Heute beschäftigt er sich als CEO mit Strategie, Führung und der Weiterentwicklung des Unternehmens. Trotzdem bleibt er nahe an den Projekten, den Kund:innen und den Herausforderungen, die im Alltag tatsächlich entstehen. Denn anspruchsvolle digitale Vorhaben lassen sich nicht aus sicherer Distanz beurteilen. Man muss verstehen, wo Prozesse stocken, weshalb bestehende Systeme an ihre Grenzen kommen und welche Auswirkungen eine technische Entscheidung auf den Betrieb hat. Diese Nähe prägt auch die Zusammenarbeit mit unseren Kund:innen. Entscheidungen sollen nachvollziehbar sein. Risiken gehören früh auf den Tisch. Und wenn etwas keinen Sinn ergibt, sagen wir das auch.
Wohin sich smartfactory entwickeltCyrills Ziel ist klar: smartfactory soll die erste Adresse in der Schweiz für anspruchsvolle digitale Vorhaben werden, bei denen Standardlösungen nicht ausreichen. Nicht als aufgeblähtes Beratungshaus. Nicht als Agentur, die möglichst viele Disziplinen irgendwie abdeckt. Sondern als eingespielte Schweizer Taskforce, die schnell in die Tiefe kommt, Klarheit schafft und Verantwortung für die Umsetzung übernimmt. Dazu gehören individuelle digitale Systeme, Prozessdigitalisierung, Plattformen, Systemintegrationen und geschäftskritische Anwendungen. Entscheidend ist dabei nicht die Technologie allein, sondern die Wirkung im Unternehmen: weniger manuelle Arbeit, bessere Daten, transparentere Abläufe und Systeme, die mit dem Geschäft mitwachsen können.
Und wer ist Cyrill, wenn gerade kein Projekt brennt?Wer mit Cyrill arbeitet, merkt schnell: Wie seine Leute ihren Job machen, ist ihm ziemlich egal. Solange sie ihn gut machen. Er stellt lieber Menschen ein, die wissen, was sie tun, statt ihnen anschliessend zu erklären, wie es geht. Sein Motto: «Ich muss nicht wissen, wie ihr es macht. Ich will sehen, dass es funktioniert.» Viel Freiraum, wenig Micromanagement und ein ziemlich klares Ziel: gut organisierte Projekte, starke Ergebnisse und zufriedene Kunden. Den Weg dorthin überlässt er seinem Team. Die Verantwortung dafür allerdings auch.
Dass er beim Ergebnis so genau hinschaut, hat übrigens weniger mit Kontrollbedürfnis als mit einer gewissen Faszination für erfolgreiche IT-Projekte zu tun. Cyrill hat einen MSc in Business Information Systems und einen BSc in Computer Science. Bereits in seiner Masterarbeit untersuchte er, wie unterschiedliche IT-Projektmethoden die Erfolgschancen eines Projekts beeinflussen. Was für andere nach akademischem Spezialgebiet klingt, ist bei ihm bis heute Teil des Arbeitsalltags. Nur dass er heute lieber echte Projekte erfolgreich sieht, als darüber wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben.
Trotzdem bleibt für Cyrill der gesunde Menschenverstand das A und O. Verantwortung wird bei smartfactory bewusst abgegeben und von allen Teammitgliedern wird erwartet, dass sie sofort den Finger heben, wenn etwas unlogisch erscheint, ein Entscheid nicht überzeugt oder irgendwo eine bessere Lösung möglich wäre. So entsteht eine offene Kultur, in der Inputs, Rückfragen und neue Ideen ausdrücklich erwünscht sind – unabhängig von Rolle oder Erfahrung.
Schliesslich arbeiten bei smartfactory 19 kluge Köpfe am gleichen Ziel. Für Cyrill wäre es ziemlich unlogisch, nur einen davon denken zu lassen. Genau diese Kultur sorgt dafür, dass wir uns laufend weiterentwickeln und nicht beim erstbesten Lösungsweg stehen bleiben. Wenn Cyrill nicht gerade smartfactory weiterentwickelt, steht er gerne auf dem Unihockeyfeld. Die grössten Diskussionen finden allerdings nicht zwingend dort statt, sondern regelmässig am Mittagstisch. Denn während man sich bei der Arbeit meistens schnell versteht, gehen die Meinungen bei kulinarischen Fragen deutlich weiter auseinander – insbesondere darüber, was als gutes Essen durchgeht und was sich zwar so nennt, aber definitiv keines ist. Ananas gehört z.B. eben nicht auf eine Pizza.

Fünf Fragen an Cyrill
Wenn du smartfactory anhand einer einzigen Alltagsszene erklären müsstest: Welche zeigt am besten, wie wir ticken?
Ein IKEA-Möbel zusammenbauen. Der Kunde kommt mit der Anleitung, drei fehlenden Schrauben und der Information, dass er morgen Besuch bekommt. Wir starten nicht mit einem sechswöchigen «Holistic Furniture Transformation Framework», um gemeinsam die emotionale Bedeutung von Stauraum im Kontext der zukünftigen Wohnstrategie zu erarbeiten. Wir schauen uns das Ding zuerst richtig an und machen einen Plan.
Einer findet heraus, dass die drei Schrauben gar nicht fehlen, sondern IKEA einfach beschlossen hat, sie irgendwo in Schritt 27 zu verstecken. Einer weiss, wie man das Ganze besser zusammenbaut. Ein Dritter merkt, dass die Wand, an die das Regal soll, die mitgelieferten Dübel niemals halten wird – obwohl die Wand streng genommen gar nicht unser Problem wäre.
Also organisieren wir vernünftige Dübel und hängen das Ding trotzdem auf. Nicht mit «Wandarbeiten waren leider nicht Bestandteil des vereinbarten Scopes» und einem Nachtrag über 180 Franken. Einfach, weil der Kunde am Ende ein Regal an der Wand will und keine Diskussion darüber, wem die Wand gehört. Am Ende hängt das Ding. Sauber, stabil und der Kunde muss nicht verstehen, was wir alles dafür gemacht haben.
Das ist smartfactory für mich: verdammt gute Leute, die ihr Handwerk verstehen, Probleme lösen und über ihren eigenen Tellerrand hinaus für den Kunden mitdenken. Kein grosses Theater, kein Buzzword-Bingo und kein «dafür sind wir nicht zuständig».
Wir nehmen das Ergebnis sehr ernst. Uns selbst zum Glück etwas weniger.
Was kann smartfactory heute besser als bei deinem Start 2019 – und worin müssen wir noch deutlich besser werden?2019 waren wir eine gute, klassische Agentur – mit einem ziemlich breiten Verständnis davon, was «unser Ding» ist. Wir haben eigentlich alles für jeden gebaut. Hätte damals jemand gefragt, ob wir auch die Steuerungssoftware für ein Atomkraftwerk machen, hätten wir vermutlich kurz geschaut, ob wir irgendwo noch Kapazität haben, aber sicher nicht direkt nein gesagt.
Heute wissen wir deutlich besser, wer wir sind und worin wir richtig gut sein wollen. Wir haben professionelles Projektmanagement, klare Rollen, einen starken technologischen Fokus und können wesentlich grössere und komplexere Projekte zuverlässig umsetzen. Aus «wir bauen Software» ist für mich eine Firma geworden, die Kunden wirklich durch ein Projekt führen und langfristig begleiten kann.
Besser werden müssen wir vor allem darin, uns selbst das Leben einfacher zu machen: bessere Standards, smartere Workflows, mehr Automatisierung und weniger Dinge dreimal erfinden. Und ich möchte noch stärker eine Kultur, in der gute Ideen nicht bei «man müsste mal» aufhören. Wenn jemand eine bessere Idee hat, wie wir arbeiten, entwickeln oder zusammenarbeiten können, soll er auch die Möglichkeit haben, sie umzusetzen. Wir haben 19 sehr kluge Köpfe hier – wäre irgendwie schade, wenn nur meiner davon Prozesse und Verbesserungen erfinden dürfte.
Mein Anspruch ist eigentlich ziemlich simpel: Projekte, die sauber laufen, Ergebnisse, die sich sehen lassen können, und Kunden, die am Ende sagen: «Genau so haben wir uns das vorgestellt.» Und ein Team, das an spannenden Dingen arbeitet, etwas bewegen kann und auch nach einer stressigen Woche findet: «Gibt definitiv schlechtere Orte, um seine Zeit zu verbringen.» Ohne jeden Sonntagabend ernsthaft über Selbstversorgung im Berner Oberland nachzudenken.
Bei welchem Satz eines potenziellen Kunden weisst du sofort: Das ist ein Fall für smartfactory?Eigentlich bei Sätzen wie:
- «Das machen wir aktuell noch von Hand.»
- «Dafür haben wir ein Excel.»
- «Unsere Systeme reden leider nicht miteinander.»
- «Der Prozess ist… sagen wir… noch nicht ganz digital.»
- Oder der Klassiker: «Unsere Webseite ist etwas in die Jahre gekommen.»
Dann weiss ich meistens: Wir sollten reden. Ob Mobile-App, CMS-Webseite, Business-Applikation oder grössere E-Commerce-Lösung – spannend wird es für uns immer dann, wenn Standard nicht mehr reicht und etwas wirklich passen muss.
Mein Sales-Indikator ist deshalb relativ simpel: Wenn du nichts Passendes googeln kannst – oder gar nicht mehr weisst, wonach du eigentlich googeln sollst – dann ruf uns an.
Bei welchem Essen hört für dich guter Geschmack auf und die Diskussion am Mittagstisch beginnt?Clears throat... I am glad you f***ing asked:
- 1.Ananas und/oder Curry Chicken gehört NICHT auf eine Pizza.
- 2.Nein, Riz Casimir gehört definitiv NICHT zu den Top 3 der besten Mahlzeiten, die die Menschheit je hervorgebracht hat.
- 3.Egal wie viel Protein die Premium-M-Budget-Dosenravioli haben: Ihr werdet mich nicht davon überzeugen, dass das fünfmal pro Woche das perfekte Mittagessen ist. (und noch dazu kalt...)
- 4.I know its true but I can't prove it: Leute, die behaupten, sie mögen Rhabarber, mögen exakt zwei Dinge: Rhabarberkonfitüre und Rhabarberkuchen. Beides enthält so viel Zucker, dass man den Rhabarber zum Glück nicht mehr schmeckt. Nur deshalb mag man Rhabarber. Case closed.
Ich schätze mein Team wirklich sehr. Aber wenn kulinarischer Geschmack ein Einstellungskriterium gewesen wäre, hätten wir heute definitiv ein massives Personalproblem.
Was kann der Unihockeyspieler Cyrill besser als der CEO – und was kann der CEO besser als der Unihockeyspieler?Im Geschäftsumfeld bin ich grundsätzlich unemotional und rational. Problem anschauen, Fakten auf den Tisch, Entscheidung treffen, weitermachen. Emotionen helfen bei den meisten Entscheidungen ja nur bedingt. Auf dem Unihockeyfeld scheint dieses Prinzip allerdings nicht immer zu gelten.
Da gibt es durchaus das eine oder andere emotionale «Flare-up» – wegen Dingen, deren weltpolitische Bedeutung rückblickend vielleicht etwas geringer war, als es sich in diesem Moment angefühlt hat. Was der Unihockeyspieler dafür besser kann: den Fokus eng halten. Auf dem Feld weiss ich ziemlich genau, was ich tun muss. Ich muss nicht für alle schauen, sondern primär für mich und meinen Block. Das macht die Welt angenehm überschaubar.
Als CEO ist das etwas schwieriger. Da gehts gleichzeitig um Strategie, Kunden, Team, Finanzen und das grosse Ganze – plus gelegentlich um Dinge, von denen ich morgens noch nicht wusste, dass sie überhaupt mein Problem sind. Insofern geniesst der Unihockeyspieler manchmal den Luxus, einfach nur seinen Job machen zu dürfen.



